Anästhesiologische Patientenversorgung

In den insgesamt sechs Operationssälen, dem Herzschrittmacher-OP und zwei Kinderherzkatheterlaboratorien des Deutschen Herzzentrums werden jährlich über 3.000 herzkranke Patienten anästhesiologisch betreut.

Neben den Herzerkrankungen im Erwachsenenalter stellt traditionell die Behandlung von Kindern jeder Altersstufe die zur operativen Therapie angeborener Herzfehler aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland kommen, einen Schwerpunkt der anästhesiologischen Aktivitäten dar.

Bei der hier im Vordergrund stehenden primären operativen Korrektur komplexer angeborener Herzfehler im Neugeborenen- und Säuglingsalter kommt die Technik des „hypothermen Kreislaufstillstandes“ zum Einsatz.

Mit dieser Methode sind auch Operationen von äußerst komplexen Herzmissbildungen, selbst bei Neugeborenen mit einem Körpergewicht von weniger als 2000 g, möglich. Dieses Verfahren wurde im DHZ bereits 1974 eingeführt, eingehend untersucht, modifiziert und zur Routinemaßnahme standardisiert.

Die Patientenüberwachung und damit die Patientensicherheit während der Operation werden durch modernstes Monitoring und ein computergesteuertes Datenmanagement - System gewährleistet.

In allen Operationssälen steht die intraoperative transösophageale Echokardiografie, durch die sich z. B. Funktionsstörungen des Myokards, der Herzklappen und auch intrakardiale Kurzschlussverbindungen erkennen lassen, jederzeit zur Verfügung.

Darüber hinaus verfügt unsere Abteilung über folgende diagnostische Möglichkeiten: Geräte zur spektralanalytischen elektroenzephalografischen Auswertung (EEG) der kortikalen Aktivität des Großhirns während der Narkose; transkranielle Doppler-Monitorüberwachung der zerebralen Hämodynamik zur Erkennung von Partikel- und Luftembolien während und nach der Operation mit Hilfe der Herz-Lungen-Maschine; fiberoptische Bronchoskope, um zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken intra- und postoperativ die Atemwege zu inspizieren und bei schwieriger Anatomie der oberen Luftwege eine Intubation mit Hilfe des Bronchoskops vorzunehmen.

Die Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) ermöglicht  vor allem bei Kindern und Eingriffen an der Aorta schnelles Reagieren bei drohender Minderperfusion des Gehirns.
 

Bluttransfusion/ Eigenblutspende

Bluttransfusionen lassen sich gerade in der Herzchirurgie nur bedingt vermeiden. Die differenzierte Blutgruppenserologie zur Vermeidung jeder Art von Unverträglichkeitsreaktionen bei den dringend erforderlichen Bluttransfusionen sowie die zeitgerechte Bereitstellung von Fremd- und Eigenblutkonserven liegen in der Kompetenz des blutgruppenserologischen Labors und Blutdepots.

Seit 1989 bietet das Institut für Anästhesiologie die Möglichkeit der präoperativen Eigenblutspendean. Unter Berücksichtigung ihrer speziellen Herzerkrankung und ihres Allgemeinzustandes können Erwachsene und Kinder ab einem Gewicht von 20 kg die Wartezeit bis zum Operationstermin nutzen um 2 – 3 mal Eigenblut zu spenden.

Das unter sorgfältiger Kreislaufüberwachung gewonnene Blut wird in Erythrozytenkonzentrat und Plasma getrennt und bis zur Operation im Blutdepot gelagert und verwaltet.

Bei Eigenblutspendern kann der Fremdblutverbrauch wo weit verringert werden, dass zurzeit über 80 % der Eigenblutspender ohne Fremdbluttransfusion unsere Klinik verlassen. Auch das Risiko transfusionsbedingter Viruserkrankungen ist dadurch reduziert.
 

Flyer Eigenblutspende

DHM Thumbnail Flyer Eigenblutspende

Flyer Eigenblutspende

Auf dem Flyer finden Sie weitere Informationen zur Eigenblutspende.

Flyer als PDF

Physiotherapie: Damit sich was bewegt!

In der postoperativen Phase sind die Patienten dringend auf spezielle physiotherapeutische Konzepte angewiesen. Auch hier werden Maßnahmen ergriffen, damit unsere Patienten so schnell wie möglich in einem guten Allgemeinzustand auf die Normalstation verlegt werden können.

Die differenzierte krankengymnastische Therapie trägt wesentlich zum Erfolg der Behandlung bei.

Die Krankengymnasten/-innen bereiten die Patienten durch gezielte Atemtherapie auf die Operation vor und führen während der gesamten frühen und späten postoperativen Phase die Atem- und Bewegungstherapie fort. Auch die Frühmobilisation nach Myokardinfarkten ist von besonderer Bedeutung.

Die Betreuung von Patienten, die längere Zeit beatmet werden müssen, ist ebenso wichtig und verantwortungsvoll wie die von in der Entwicklung verzögerten Säuglingen und Kleinkindern. Es stehen optimal eingerichtete Räume für gezielte Einzel- und Gruppentherapie zur Verfügung.