Qualitätsmanagement

Qualität und Leistung

Leistungszahlen - erworbene Herzfehler

Qualität hat im Deutschen Herzzentrum München von jeher einen sehr hohen Stellenwert. Bereits Mitte der 80er Jahre griff der damalige Direktor Prof. F. Sebening den Qualitätssicherungsgedanken auf, zu einer Zeit, in der sich noch wenige damit auseinander setzten.

Die Klinik für Herzchirurgie nahm gemeinsam mit sieben weiteren Kliniken an einem vom Gesundheitsministerium geförderten Modellprojekt teil. Ziel des Vorhabens war es, eine Qualitätssicherung für die gesamte Herzchirurgie aufzubauen. Der zu entwickelnde Datensatz sollte den gesamten Klinikaufenthalt erfassen, also prä- und intraoperative Daten genauso wie den Verlauf auf der Intensiv- und Pflegestation.

Daraus entwickelte sich eine der umfassendsten und erfolgreichsten Maßnahmen der externen Qualitätssicherung in Deutschland. Alle 87 herzchirurgischen Kliniken und Abteilungen nehmen heute daran teil und schicken ihre Daten, immerhin mehr als 300 Merkmale, anonymisiert an eine zentrale Stelle.

Diese wiederum wertet die Daten aller Kliniken zusammen aus und gibt der jeweiligen Klinik ihre eigenen Daten in Bezug auf die Mittelwerte aller Kliniken zurück. Daraus ergibt sich ein Klinik-Profil, das uns anzeigt, wo wir im nationalen Vergleich mit den anderen Kliniken in Deutschland stehen.

Es lassen sich viele Fragen beantworten, wie z. B.:

  • Sind bei uns die Zeiten an der Herz-Lungen-Maschine kürzer
  • Kommen wir mit weniger Blutgaben aus
  • Haben wir mehr oder weniger Komplikationen
  • Haben wir weniger Infektionen
  • Sind unsere Patienten älter
  • Ist der Anteil der Säuglinge höher
  • Extubieren wir schneller

als im Bundesdurchschnitt?

Dies ist uns aber nicht genug. Über den verbindlichen Datensatz hinaus dokumentieren wir einen erweiterten Datensatz mit über 2.000 Einzeldaten. In einem Verbund mit zwölf weiteren Kliniken werten wir zu speziellen Fragen multizentrisch diese erweiterten Daten aus, z. B. für Risikoberechnungen oder zur Mitwirkung bei der Weiterentwicklung des Entgeltsystems (DRG).

Besonderes Augenmerk richten wir auf die Entwicklung der Qualitätssicherung im Bereich der Kinder-Herzchirurgie. Wir beteiligen uns an der europäischen Kinder-Herzdatenbank in Warschau, um eine Übersicht zu bekommen, wo welche angeborenen Herzfehler operiert werden.

National beteiligen wir uns als führende Klinik für Kinder-Herzchirurgie gemeinsam mit unserer Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler im Rahmen der Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung am Aufbau der deutschen "Qualitätssicherung Kinderherz".

Chirurgisches Arbeiten erfordert ein ständiges Überprüfen der eigenen Arbeitsweise und der damit erzielten Ergebnisse. Um eine gleich bleibende Qualität auf hohem Niveau zu erhalten, müssen zahlreiche Parameter immer wieder verglichen werden mit unseren Standards und den Ergebnissen aus zurückliegenden Zeiträumen.

Dies ist Aufgabe unserer internen Qualitätssicherung. In unseren C&D-Konferenzen werden Krankheitsverläufe besprochen, die nicht wie erwartet verlaufen sind. Nach einer kurzen Fallvorstellung wird im Kreise der Ärzte diskutiert, ob etwas hätte anders getan werden können, um den Verlauf günstiger zu beeinflussen.

Um die medizinische Qualität auch dann noch erhalten zu können, wenn die finanziellen Mittel knapper werden, wirken wir mit, wenn es um die Finanzierung des Gesundheitswesens geht. So haben wir z. B. Daten bereitgestellt, die zur Entwicklung der DRGs verwendet werden, oder ein Modellvorhaben für die Bezahlung der Kinder-Herzchirurgie mit den Kassenverbänden entwickelt.