Transfusionsbedingte Virusentzündungen nach Herzoperationen im Kindesalter

Aufgrund eigener Studien (Vogt et al. NEJM 1999, 341 866-870) konnte ein gegenüber der Normalbevölkerung deutlich erhöhtes Infektionsrisiko für Hepatitis C für herzoperierte Kinder und Jugendliche mit Transfusionen vor 1992 nachgewiesen werden.

Als Risikofaktoren stellten sich dabei die Anzahl der Operationen und die Anzahl der transfundierten Einheiten sowie die Gabe von Frischblut heraus. Als Konsequenz hieraus sollen alle Patienten mit Operationen/Transfusionen vor 1992 auf Hepatitis C gescreent werden.

Eine Folgestudie für den Zeitraum nach Einführung des Blutspender-Screening auf Hepatitis C - in Deutschland 1992 - zeigte kein erhöhtes Risiko für eine Infektion.

Als weitere Konsequenz aus den Hepatitis-C-Studien bieten wir auch Kindern mit mehr als 15-20 kg die Möglichkeit der Eigenblutspende, um Fremdblutgaben zu vermeiden.

Blut sparende Operationstechniken und die Wiedergewinnung von patienteneigenem Drainageblut sollen Fremdblutgaben auf das medizinisch absolut notwendige Minimum reduzieren.

Ziel weiterer Forschungsarbeiten sind der Nachweis von Hepatitis-G- und TTV-Virus und die Festlegung der Bedeutung dieser Viren für den Langzeitverlauf.

Ansprechpartner: OA Prof. Dr. Manfred Vogt
drvogt@dhm.mhn.de