Total Quality Management (TQM) - ein Puzzle aus neun Teilen

Das deutsche Herzzentrum München war bei seiner Gründung 1974 das erste Herzzentrum in Deutschland - inzwischen gibt es viele Herzzentren, die dem Beispiel des DHM gefolgt sind.

Qualität hat im DHM Tradition

Seit 1974 prägt das Bewusstsein der exzellenten medizinischen Qualität des DHM das Selbstverständnis der Klinikleitungen. Als international anerkannte Spezialisten motivieren sie ihre Mitarbeiter damit, in einem Spitzenhaus Verantwortung für chronisch kranke Patienten zu tragen. Alle verbindet die Vision, einen Beitrag zur Senkung der Morbidität und Mortalität von Herz- und Kreislauferkrankungen zu leisten. Dabei bildet Qualitätssicherung einen selbstverständlichen Teil ärztlicher und pflegerischer Berufsausübung.

Doch die Weiterentwicklung von Medizin und Medizintechnik, die Komplexität der Organisation Krankenhaus, in der therapeutischer Erfolg das Ergebnis vieler ineinander greifender Teilschritte ist, und der zunehmende wirtschaftliche Druck im Gesundheitswesen sowie steigende gesetzliche Anforderungen erfordern mehr:
 

Ein Schlüsselbegriff im Gesundheitswesen lautet Qualitätsmanagement.

Im Unterschied zu vielen anderen Ländern gab es in Deutschland lange keine vorgeschriebene Qualitätskontrollen und Zertifizierung medizinischer Qualität. Das DHM hat daher häufig selbst die Initiative ergriffen. Es hat bei der Einführung systematischer Qualitätssicherung und bei der Einführung umfassenden Qualitätsmanagements Pionierarbeit geleistet:

  • Das DHM war zusammen mit vier anderen Kliniken Vorreiter in der Entwicklung der Qualitätssicherung in der Herzchirurgie. Im Jahre 1986 setzte die Deutsche Gesellschaft für Herz- und Gefäßchirurgie eine Kommission zur Entwicklung von Qualitätssicherungs-Maßnahmen ein, der die Klinik von Anfang an angehörte. Die Pilotstudie QUADRA wurde von 1986-1990 durchgeführt und vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Heute nehmen alle herzchirurgischen Kliniken in Deutschland an dieser Qualitätssicherung teil. Mitte der neunziger Jahre gehörte das DHM zu den ersten Teilnehmern des Projektes "Qualitätssicherung in der Pädiatrischen Kardiologie".
     
  • Als erste Akutklinik in Deutschland führte das DHM eine Selbstbewertung nach dem EFQM-Modell durch. Inzwischen hat sich dieses primär aus der Industrie übernommene Modell auch im Gesundheitswesen durchgesetzt.
     
  • Das DHM bewarb sich 1999 um den Ludwig-Erhard-Preis für unternehmerische Spitzenleistungen, der die Auseinandersetzung mit den Ideen des umfassenden Qualitätsmanagements fördert. Das Deutsche Herzzentrum wurde als herausragende Organisation, die als vorbildlich für alle sozialen Einrichtungen gelten kann, ausgezeichnet.

Qualitätsmanagement, TQM, EFQM-Modell - das sind für uns Instrumente kontinuierlicher Verbesserung mit konkreter Bedeutung. Es gleicht einem Puzzle aus neun Teilen.
 

Ein Puzzle aus neun Teilen

1. Wir überprüfen selbstkritisch unsere Führungsgrundsätze - ein patriarchalischer Führungsstil wird den Anforderungen eines modernen Herzzentrums nicht mehr gerecht.

2. Wir haben erkannt, dass es inzwischen außer uns noch andere Herzzentren gibt - wir müssen weder Transparenz noch Wettbewerb fürchten und stellen die Qualität unserer Leistungen gern unter Beweis.

3. In einer Klinik mit High-Tech-Medizin ist die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter lebenswichtig - ebenso wie der sichere Umgang mit allen Medizingeräten.

4. Kooperation in der Krankenversorgung, in der Forschung, aber auch im Management gehen wir auf nationaler und internationaler Ebene ein - wir geben gern von unserem Wissen ab und lernen von unseren Partnern.

5. Der Ablauf von Diagnostik und Therapie zum Wohle des Patienten ist mehr als die Summe von Einzelschritten - Prozessoptimierung betrachten wir als kontinuierliche Aufgabe.

6. Über den medizinischen Erfolg hinaus nehmen wir auch die persönliche Meinung unserer Patienten, unserer Zuweiser und die Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen ernst. Durch unser Beschwerde- und Meinungsmanagement nehmen wir kontinuierlich die Rückmeldungen unserer Patienten auf und leiten daraufhin Verbesserungen ab. Mit periodischen Befragungen ermitteln wir systematisch die Zufriedenheit sowie die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Patienten.

7. Die Zufriedenheit unserer Patienten hängt auch von der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter ab. Nicht nur deshalb versuchen wir, die Arbeitsbedingungen optimal zu gestalten.

8. Unserem Auftrag, der Versorgung herz- und kreislaufkranker Patienten nach dem jeweils neuesten Stand der medizinischen Erkenntnisse, kommen wir erfolgreich nach. Die Patientensicherheit liegt dabei stets im Fokus unserer täglichen Arbeit. Wir sind darum bemüht, dass die Öffentlichkeit unseren Erfolg auch gebührend wahrnimmt.

9. Exzellente medizinische und wissenschaftliche Ergebnisse sind seit 40 Jahren für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir wollen diese Ergebnisse auch weiterhin unter Beachtung der Grundsätze von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit erzielen - und noch weiter verbessern.